Eine vertraute Fassade verrät, wessen Kaffeemarke man kauft; die lokalen Eigentumsverhältnisse bleiben oft weniger offensichtlich. Mit Stand vom 1. Oktober 2026 steht die geplante Übernahme der Starbucks-Beteiligungen von Maxim’s durch die DFI noch vor dem Abschluss.

Wer betreibt das Café heute?

Für Kundinnen und Kunden in Hongkong heißt das maßgebliche lokale Unternehmen Coffee Concepts (Hong Kong) Limited. Die veröffentlichten Rewards-Bedingungen für Hongkong und Macau weisen dieses Unternehmen sowie Coffee Concepts (Macau) Limited als Lizenznehmer der Starbucks Corporation aus. «Starbucks» auf einem lokalen Service-Dokument kann sich daher auf eine Betriebsgesellschaft vor Ort beziehen.

Das lizenzierte Portfolio liegt derzeit bei Maxim’s, woran die DFI indirekt 50 % hält. Deren aufsichtsrechtliche Mitteilung vom 30. September, RNS 9763W, schlägt vor, diese breitere Beteiligung am Gastronomiekonzern gegen die Starbucks-Geschäftsanteile von Maxim’s einzutauschen.

Wer erhält die Cafés – und das Bargeld?

Maxim’s würde die von DFI gehaltenen Maxim’s-Aktien zurückkaufen und beim Abschluss – vorbehaltlich Anpassungen – die Starbucks-Beteiligungen sowie rund 340 Millionen US-Dollar in bar an DFI übertragen. Das Geld fließt an die DFI.

Das betroffene Netz umfasst mehr als 1.100 Kaffeehäuser in Thailand, Hongkong, Singapur, Vietnam, Kambodscha, Macau und Laos.

Eine vertraute Marke kann vor Ort von einem anderen Betreiber geführt werden

Starbucks erläutert das Lizenzmodell im Abschnitt «Licensed Stores» seines Geschäftsberichts 2025: Der Konzern lizenziert seine Markenrechte, während die lokalen Lizenznehmer Betriebskosten und Investitionen tragen. Starbucks liefert Markenprodukte und erhält Lizenzgebühren; das Personal des Lizenznehmers folgt den Betriebsverfahren und wird geschult.

Diese Struktur erklärt den vertrauten Becher und die vertraute Ladenfront, ohne dass jedes Café direkt dem US-Mutterkonzern gehören muss. Stellen Sie sich drei getrennte Fragen: Wessen Marke steht an der Tür, welches Unternehmen betreibt das Geschäft und wer hält die Anteile an diesem Unternehmen? Eine Antwort auf eine dieser Fragen beantwortet nicht automatisch die beiden anderen.

Hongkong und das chinesische Festland: zwei verschiedene Vereinbarungen

Auf dem Festland hat bereits eine andere Transaktion stattgefunden. Am 2. April 2026 gab Starbucks den Vollzug seines Joint Ventures mit Boyu Capital bekannt. Von Boyu verwaltete Fonds übernahmen 60 % des Einzelhandelsgeschäfts von Starbucks China; Starbucks behielt 40 % sowie die Markenrechte und das geistige Eigentum. Rund 8.000 Kaffeehäuser wechselten zu einem lizenzierten Betriebsmodell.

Dieser Vergleich ist wichtig, weil eine pauschale Schlagzeile über «Starbucks in China» unterschiedliche Geschäftsbereiche leicht verwischt. Die Mitteilung zum Festland beschreibt ein eigenständiges Einzelhandels-Joint-Venture bei fortbestehender Markeninhaberschaft von Starbucks. Jede Vereinbarung sollte mit der jeweiligen Region und den beteiligten Unternehmen betrachtet werden: Ein Café in Hongkong und eines auf dem Festland können denselben Markennamen tragen und doch völlig unterschiedlichen Betriebsstrukturen angehören.

Was muss noch geschehen?

DFI strebt den Vollzug bis Ende März 2027 an, vorbehaltlich der Zustimmungen Dritter, der kartellrechtlichen Freigabe und der internen Geschäftstrennung. Dieser Zeitplan bleibt an Bedingungen geknüpft.

Was Besucherinnen und Besucher jetzt nutzen können

Für Reisende gilt: Die derzeit veröffentlichten Bedingungen für Hongkong und Macau verlangen für das dortige Rewards-Programm eine vor Ort aktivierte und registrierte Starbucks Card. Einkäufe außerhalb dieser Gebiete bringen in diesem Programm keine Sterne ein.

Ein vertrautes Logo garantiert somit kein vertrautes Kundenkonto. Bevor Sie sich auf Ihre gewohnte amerikanische oder britische App verlassen, sollten Sie die lokalen Zahlungs- und Rewards-Bedingungen prüfen. Eine Ankündigung des Mutterkonzerns klärt diese praktische Frage nicht.

Eine formelle Vollzugsmeldung wird zeigen, ob der Eigentümerwechsel tatsächlich stattgefunden hat. Neue lokale Kundenbedingungen würden etwaige Änderungen bei Zahlungen oder Treueprogrammen festlegen. Für Reisende sind dies die maßgeblichen Neuerungen. Weder eine Unternehmensmitteilung noch ein vertrauter Becher ersetzen die Bestimmungen, die dort gelten, wo Sie gerade bestellen.